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Tropen- und Reisemedizinische Beratung
Gifttiere - Verletzungen bei Reisenden

Zu den Gifttieren wie Bienen, Wespen, Hornissen, die in Europa in erster Linie für Vergiftungen verantwortlich sind, zählen vor allem in den tropischen Ländern die Giftschlangen, Skorpione und Giftspinnen. In Europa ist der Kontakt mit Giftschlangen, Skorpionen oder Giftspinnen eine Seltenheit.

Weltweit stellen Giftschlangenbisse zwar ein großes medizinisches Problem dar. Nach Schätzungen der WHO sterben weltweit jährlich ungefähr 50 000 - 100 000 Menschen an den Folgen solcher Vergiftungen, vor allem in Afrika, Asien, Südamerika und Australien. Betroffen sind jedoch in erster Linie Einheimische. Obwohl in diesen Ländern Gifttiere an Land wie im Meer zahlreich vertreten sind, ist eine Verletzung oder gar eine Vergiftung des Reisenden die Ausnahme.

Dennoch sollte man eine Verletzung bewußt vermeiden: ärztliche Hilfe ist gerade in den tropischen Reiseländern oft kaum verfügbar und auch nicht in der gewohnten Qualität!


Verhaltensregeln zur Vermeidung von Verletzungen
Grundsätzlich sollten sich Reisende erkundigen, mit welchen Gifttieren sie es in Ihrem Reiseland zu tun haben.


Giftschlangen
  • sind vibrationsempfindlich: sie nehmen den Menschen frühzeitig war
  • sie meiden den Menschen und fliehen, manche vertrauen allerdings auf ihre Tarnung
  • festes Schuhwerk und lange Hosen tragen - fest auftreten!
  • nicht in Höhlen, unter Steine oder in Holzlücken greifen, ohne vorher hineinzuleuchten!
  • darauf achten, wohin man sich setzt!
  • ausgetretene übersichtliche Wege benützen!
  • bei Begegnung mit einer Schlange: keine schnellen Bewegungen. Nicht angreifen. Abstand halten!

Skorpione
  • kommen weltweit vor, vor allem in warmen und gemäßigten Zonen
  • sie halten sich gerne im Sand, in Ritzen von Gemäuern, Baumrinden, zwischen Steinen auf
  • sie nächtigen gerne in Kleidung und Schuhen
  • nicht barfuss gehen!
  • nicht in Höhlen, unter Steine oder in Holzlücken greifen, ohne vorher hineinzuleuchten!
  • Kleidung und Schuhe vor dem Anziehen ausschütteln und nicht am Boden liegen lassen!

Giftspinnen
  • kommen weltweit vor, vor allem in Süd- und Mittelamerika, in den Südstaaten der USA, den Mittelmeerländern und Australien
  • sie sitzen gerne im Dunkeln: in Obstschalen, Fruchtstauden, Holzstösse, Felsspalten, Ritzen und Löchern
  • nicht unkontrolliert in Obstschalen greifen, oder in Fruchtstauden, Holzstösse, Felsspalten, Ritzen und Löchern, ohne vorher hineinzuleuchten!
  • nachts den Weg ausleuchten
  • Kleidung und Schuhe vor dem Anziehen ausschütteln und nicht am Boden liegen lassen!

Moskitonetze schützen auch vor Schlangen, Skorpionen und Spinnen!


Tauchen, Schwimmen, Schnorcheln
Auch im Wasser können Reisende Gifttieren begegnen: Wasserschlangen, Quallen, stachel - tragenden Fischen. Gegenüber dem Schwimmer ist der Taucher und Schnorchler im Vorteil, da er durch seine Maske sehen kann.

Einige wichtige Verhaltensregeln:
  • Vorsicht an menschenleeren Stränden : dort nie alleine baden!
  • nicht baden, wenn Quallen angeschwemmt wurden!
  • nächtliches Baden ist riskant!
  • Hinweise der Einheimischen beachten!
  • Beim Laufen über Riffplattformen knöchelhohe Turnschuhe tragen!

Erste Hilfe bei Bissverletzung durch Gifttiere
  • den Verletzten aus dem Gefahrenbereich bringen
  • beruhigen ! Panikreaktionen vermeiden! Verletzten möglichst nicht allein lassen!
  • den Verletzten möglichst wenig bewegen
    bei klarem Bewußtsein: vorsorglich in Schocklage lagern
    bei Bewußtlosigkeit: stabile Seitenlage
  • betroffene Extremität ruhigstellen
  • Ringe und Armbänder abnehmen! Bei starker Schwellung besteht sonst die Gefahr der Abschnürung!
  • wenn möglich Gifttier identifizieren!
    Vorsicht: auch bei toten Gifttieren kann der Giftapparat noch intakt sein, bei toten Schlangen besteht noch einige Zeit ein Beißreflex.
  • den Verletzten rasch zum nächsten Arzt transportieren.
  • ständig die Vitalfunktionen = Atmung und Kreislauf kontrollieren
    bei Bedarf Wiederbelebung: Herzmassage und Beatmung

Was Sie auf keinen Fall tun dürfen:
  • keine Manipulation an der Biss- oder Einstichstelle!
  • kein Abbinden der betroffenen Extremität!
  • kein Einreiben oder Einspritzen irgendwelcher Hausmittel!
  • kein extremes Erwärmen oder Kühlen der Biss- oder Einstichstelle!
  • keine Verabreichung von Alkohol oder Kaffee oder von Speisen!

Quelle: "Gifttiere" von Dietrich Mebs
 

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