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Tropen- und Reisemedizinische Beratung
Malaria

Bedeutung::
Die Malaria ist eine akute tropentypische Infektionskrankheit, die häufigste Tropenkrankheit und in Deutschland die bedeutendste Importkrankheit nach Aussage des Robert-Koch-Instituts. Nach Schätzungen der WHO erkranken weltweit jährlich mehr als 225 Millionen Menschen, ca. 780 000 Menschen sterben pro Jahr. 90% der Todesfälle treten in Afrika auf.¹
Auch Reisende sind von diesem Erkrankungsrisiko betroffen: warum auch sollte die Anophelesmücke einen Europäer verschmähen. Im Jahr 2010 wurden in der BRD ca. 617 Malariaerkrankungen mit 2 Todesfällen registriert.² Die Dunkelziffer wird auf das 2-3fache geschätzt.


Erreger - Übertragungsweg::
Es gibt insgesamt fünf verschiedene Malariaerreger (Plasmodien), die unterschiedliche Formen der Erkrankung hervorrufen. Die gefährlichste Form ist die Falciparum-Malaria (Malaria tropica), verursacht durch das Plasmodium falciparum, und die Malaria knowlesi, die unbehandelt u.U. rasch zum Tode führen können. Drei weitere Plasmodienarten führen zu einer Malaria mit meist milderem Krankheitsbild: Plasmodium vivax und Plasmodium ovale sind die Erreger der Malaria tertiana, Plasmodium malariae der Erreger der Malaria quartana.
Die Übertragung der Malaria erfolgt über einen Stich der weiblichen Anophelesmücke. Mit dem Speichel der Mücke werden die Erreger in das Blut des Menschen übertragen.
Die Übertragung ist auch durch Bluttransfusionen und Injektionsnadeln möglich. Auch die schwangere Mutter kann die Infektion auf ihr ungeborenes Kind übertragen.


Inkubationszeit:
Die Dauer zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung beträgt je nach Art der Malaria 1 bis mehrere Wochen, mindestens jedoch 6 Tage.


Symptome:
Die Erkrankung beginnt oft plötzlich mit Kopf- und Gliederschmerzen, Frösteln, Hitzegefühl und Fieber und gleicht anfangs oft einer Grippe. Sie kann aber auch ohne Fieber oder mit Übelkeit und Erbrechen wie ein Reisedurchfall beginnen.
Gerade bei der gefährlichen Malaria tropica fehlen die sonst typischen rhythmischen Fieberschübe, so dass die Gefahr einer Fehldiagnose groß ist.

Wird die Krankheit nicht frühzeitig behandelt, kommt es zu schwerwiegenden, u.U. tödlichen Komplikationen mit Schädigung der inneren Organe (Herz, Nieren, Magen-Darm-Trakt und der Lunge). Ein besonders schwerer Verlauf ist die „zerebrale“ Malaria mit Benommenheit, Bewußtseinstrübung, Koma und nicht selten tödlichem Ausgang.

Eine Malaria tropica muß nicht tödlich enden!

Entscheidend ist es daran zu denken, rechtzeitig die Diagnose zu stellen und adaequat zu behandeln! Dabei ist auch der Reisende gefordert, der sich über das Malariarisiko des Reiseziels informieren, bei Erkrankung den Arzt/Ärztin sofort aufsuchen und ihn über die Reise informieren muss. Dann ist die Malaria in der Regel erfolgreich zu behandeln!


Diagnose - Therapie:
Die Diagnose der Erkrankung wird anhand einer mikroskopischen Untersuchung des Blutes (Blutausstrich und Dicker Tropfen) gestellt. Die Art der Behandlung richtet sich nach der Schwere des Befalls im Blut, nach der Schwere der Erkrankung und nach der Resistenz der Erreger im jeweiligen Reiseland.


Vorbeugung:

1. Grundsätzlich ist der Mückenschutz die Grundlage jeder Malariavorbeugung:
  • bedeckende helle, ggf. mit einem Insektizid (z.B. Nobite-Kleidung) imprägnierte Kleidung tragen
  • Repellentien (Mückenabweisende Mittel) auf die unbedeckten Stellen der Haut auftragen
  • imprägnierte Moskitonetze oder Klimaanlage benützen
  • für mückenfreie Schlafräume sorgen, ggf. mit einem Insektizid aussprühen (unter und hinter den Möbeln)


2. Einnahme von Malariamedikamenten:
Die Malariagebiete der Erde werden in unterschiedliche Risikogebiete eingeteilt.

Vorbeugend::
Bei Reisen mit hohem Infektionsrisiko ist es zusätzlich zum Mückenschutz empfehlenswert, Malariamedikamente vorbeugend einzunehmen. Je nach Art der Reise kann dies auch bereits bei mittlerem Risiko empfehlenswert sein. Das muß im Beratungsgespräch mit dem beratenden Arzt diskutiert werden.
Aber auch eine adaequate und korrekt durchgeführte vorbeugende Einnahme von Medikamenten schützt nicht zu 100% vor einer Malaria. Ein Restrisiko bleibt immer und muss den Reisenden veranlassen, bei jeglicher Erkrankung ab dem 6.Tag des Aufenthalts im Malariagebiet und noch lange Zeit nach Verlassen daran zu denken und zu reagieren!

Als Notfallbehandlung::
Unter bestimmten Bedingungen kann es sinnvoll sein, ein Notfallmedikament mitzunehmen für den Fall, dass bei Erkrankung kein Arzt rechtzeitig hinzugezogen werden kann. In diesem Fall wird mit Hilfe des Notfallmedikaments (Stand by - Medikation) die Erkrankung auf Verdacht so behandelt, als ob es eine Malaria wäre.


¹ WHO: World Malaria Report 2010
² RKI Jahrbuch 2010

Stand: Januar 2012
 

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