Vogelgrippe - Risiko
Stand: 22. Oktober 2005
Seit dem Jahr 2004 breitet sich die Geflügelpest, d.h. das Virus H5N1, in Asien stark aus und ist nun auch in Sibirien, Russland, Türkei, Rumänien nachgewiesen worden. Die Virusübertragung durch Zugvögel auf die einheimischen Vogelarten fand nach Angaben der Welttiergesundheitsorganisation (OIE) wahrscheinlich durch die Benutzung gemeinsamer Trinkwasserquellen statt.
Die Vogelgrippe (Geflügelpest) ist zunächst eine Tierinfektion und überträgt sich im Normalfall nur sehr selten auf den Menschen! Hierzu ist ein direkter Kontakt mit infiziertem Geflügel erforderlich.
Daher handelte es sich bei den meisten Erkrankungs- und Todesfällen, die im Zusammenhang mit der Vogelgrippe aufgetreten sind, um Personen, die sich in der Nähe von Tierstallungen aufgehalten haben oder dort arbeiteten. Eine Infektion durch rohe Geflügelgerichte und rohe Eier wird für möglich gehalten; eine Infektion durch enge zwischenmenschliche Kontakte zwischen Kranken und anderen Personen wird bislang nach Angaben der WHO und des RKI lediglich in 2 Fällen vermutet.
Aus diesem Grund wurden trotz der starken Verbreitung des Vogelgrippevirus in Asien und Millionen toter Vögel bislang nur 117 Erkrankungsfälle bei Menschen mit darunter 60 Todesfällen verzeichnet.
Dabei muss bedacht werden, dass in Asien Mensch und Tier oft auf extrem engem Raum zusammenleben.
Grundsätzlich kann sich zwischen einem Vogelgrippevirus und dem menschlichen Grippevirus eine Neukombination entwickeln. Da dieser Virus-Typ für das menschliche Immunsystem neu ist kann es unter Umständen zu einer gefährlichen, weltweiten Grippepandemie kommen.
Um einen Grippe-Impfstoff für diesen neuen Virustyp herzustellen, benötigen die Impfstoffhersteller einige Monate. In dieser Zeit könnte sich das Virus ungehindert ausbreiten.
Aufgrund der starken Ausbreitung der Vogelgrippe schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Risiko einer erneuten weltweiten Influenzapandemie derzeit als hoch ein. Daher sind laut UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung der Vogelgrippe in den betroffenen Ländern besonders wichtig.
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Reisende?
Reisen in betroffene Länder werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt als unbedenklich angesehen
(Auswaertiges Amt 19.10.05).
Reisende in die betroffenen Länder sollten den Kontakt mit lebendem oder totem Geflügel und Vögeln aller Art auf Märkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln meiden. Von Geflügelstallungen sollte man sich fern halten. Der Import von Vogelprodukten einschl. Federn aus den betroffenen Ländern in die EU ist verboten.
Nur durchgegartes Geflügel und ausreichend gekochte Eier und Eierspeisen essen - bei 70°C stirbt das Virus ab. Vorsicht bei Desserts !
Die Influenzaimpfung schützt nicht gegen die Vogelgrippe!
Bei Beachtung dieser Schutzmassnahmen wird das Risiko für Reisende, sich an einer Vogelgrippe zu infizieren, als sehr gering eingestuft.