Chikungunya - starke Zunahme in Indien
Stand: 26. Oktober 2006
Das Chikungunya-Fieber, das im Frühjahr im Indischen Ozean epidemische Ausmaße erreichte, hat nun eine Krankheitswelle mit hundertausenden von Fällen im mittleren Indien ausgelöst. Über 1,25 Mio Verdachtsfälle wurden von der WHO bereits registriert, die Tendenz ist weiter steigend. In einigen Regionen Indiens sind bereits nahezu 45% der Bevölkerung erkrankt.
Die klinischen Verläufe waren leicht; schwere Verläufe und Todesfälle waren praktisch immer durch Vorerkrankungen (mit)verursacht (Quelle: CRM Düsseldorf).
Chikungunya wird durch Viren verursacht, die durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist daher nicht möglich. Mit Zunahme der Brutmöglichkeiten für die Moskitos durch Regenfälle steigt die Zahl der Mücken und das Übertragungsrisiko.
Nach einer Inkubationszeit von 2-3 Tagen, in einzelnen Fällen bis 12 Tagen beginnt die Erkrankung mit hohem Fieber, einer Hautrötung evt. am ganzen Körper und starken Muskel- und Gelenkschmerzen, die etwa 1 Woche anhalten. In der Regel ist der Verlauf gutartig und heilt ohne Komplikationen und vollständig aus; in Einzelfällen kann es jedoch zu schweren Verläufen mit Beteiligung des zentralen Nervensystems und u.U. auch zum Tod kommen. Eine ursächliche Behandlung ist nicht möglich, es können lediglich die Beschwerden gelindert werden.
Eine vorbeugende Impfung oder Einnahme von Medikamenten gibt es nicht. Entscheidend ist der Mückenschutz, der jedoch tags wie nachts durchgeführt werden muss:
mückenfreie Aufenthaltsräume, imprägnierte Moskitonetze, die Haut bedeckende, am besten zusätzlich imprägnierte Kleidung, mückenabweisende Lotio oder Creme auf die freie Haut.